Da ich mich zuletzt etwas ausgiebiger damit befasst hatte: der Sensor den du benutzt hast ist zwar recht verbreitet aber vielleicht nicht ganz optimal. Ich habe einen Sensirion SGP40 benutzt ( https://amzn.eu/d/exMwphp ) und wenn man sich eingehend damit befasst denke ich der hat viel Potenzial. Vor allem ist er sehr klein und benötigt keine lange Vorheiz-Zeit. Bei passender Auswertung der Rohdaten (im Prinzip ein Widerstand) sollte der auch gut linearisierbar und somit quantitativ nutzbar sein. Zumindest bei der Raumluft-Überwachung ist er auch sehr empfindlich, bemerkt jeden PupsMarbsLab hat geschrieben: Sonntag 4. Mai 2025, 18:10 ich hab selbst schon einen einfachen Gaschromatographen gebaut, daher das besondere Interesse.
Selbstbau-Gaschromatograph mit Wärmeleitfähigkeits- und MOX-Gassensor.
Sensoren für DIY Gaschromatograph
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Sensoren für DIY Gaschromatograph
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Müsste man testen. Und ein Gehäuse mit zwei Schlauchnippeln 3-D drucken, das man über den Sensor stülpt und mit der Platine verklebt.mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:38 Da ich mich zuletzt etwas ausgiebiger damit befasst hatte: der Sensor den du benutzt hast ist zwar recht verbreitet aber vielleicht nicht ganz optimal. Ich habe einen Sensirion SGP40 benutzt ( https://amzn.eu/d/exMwphp ) und wenn man sich eingehend damit befasst denke ich der hat viel Potenzial.
Apropos: Ich habe vor Kurzem beim Aufräumen das Buch "Laborbücher Chemie - Gaschromatographie" von Adalbert Wollrab, Ausgabe 1982, wieder gefunden. Darin wird auch der Eigenbau eines Flammenionisationsdetektors (Wasserstoff) mit Transistorverstärker (
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Re: Gaschromatrograph
Physikalisch liefert der ein Signal nach dem Gesetz: R=A⋅C−α
mit C = Konzentration; A und alpha sind Sensor- bzw stoffspezifisch, also eine universelle Kalibration gibt es nicht aber auf gewisse Referenzen kann man mit einer Zweipunkt-Kalibration schon ganz brauchbar arbeiten. Stabilität, responsiveness usw sind absolut OK.
Für einfache Raumluft-Überwachung kann man auch einfach nur die prozentuelle Änderung von R (mit einem Gain-Faktor verstärkt) als willkürlichen Index gegen einen "Basiszustand" nutzen, so sind kommerzielle Produkte die damit arbeiten konzipiert.
ich hab ihn irgendwie lieb gewonnen
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Erinnert mich daran, endlich mit meinem GC V2 weiterzumachen. Schau mal, was ich da schon habe:
Mehr Infos zum Gassensor-Array: https://wiki.seeedstudio.com/Grove-Mult ... as_Sensor/
PS: Können wir das Ganze in einen anderen Thread verschieben?
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Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Ja den hab ich mir auch schon mal angeschaut.MarbsLab hat geschrieben: Mittwoch 7. Januar 2026, 14:20 Mehr Infos zum Gassensor-Array: https://wiki.seeedstudio.com/Grove-Mult ... as_Sensor/
Die Vielseitigkeit ist einerseits gut und sicher kann man aus der Kombination Red + Ox + NH3 einiges machen, aber diese Art von Sensoren sind halt chronisch unspezifisch - und das sieht man in den Kennlinien gut. Dass der NH3-Sensor eine ausgeprägte Querempfindlichkeit auf Ethanol hat, dass der OX auf NO eine umgekehrte Empfindlichkeit ggü NO2 hat, dass so ungefähr alles den RED sensor triggert und der große Unterschied zwischen Ethanol oder CO vs Alkanen.. Sind halt leider keine ISE
Für die CO2 Messung hab ich auf einen Sensirion SCD30 gesetzt, der misst echtes CO2 über IR absorption statt nur MOX und Modell-Näherung.
Mit größtem VergnügenPS: Können wir das Ganze in einen anderen Thread verschieben?
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Ja, leidiges Thema. Vielleicht wage ich mich doch an den Flammenionisationssensor.mgritsch hat geschrieben: Mittwoch 7. Januar 2026, 15:40 IR absorption statt nur MOX und Modell-Näherung.
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Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
muss nicht leidig sein, man muss nur wissen wie man es zu interpretieren hat.MarbsLab hat geschrieben: Mittwoch 7. Januar 2026, 16:54 Ja, leidiges Thema. Vielleicht wage ich mich doch an den Flammenionisationssensor.
Auch ein FID reagiert nicht linear auf alle Stoffe gleich, damit wirst du dem Problem nicht entkommen. Im Prinzip kann man schon happy sein wenn ein Sensor überhaupt nach Gesetzmäßigkeit auf einen Stoff reagiert (und somit je Peak die Aussage "doppelte Fläche = doppelte Menge hinkommt). Bei der GC muss man für Quantifizierung ohnehin die Peakflächen kalibrieren, und dass ein Peak doppelt so hoch ist wie ein anderer bedeutet nicht dass doppelt so viel drin ist, macht aber nichts. Wenigstens sind sie (hoffentlich) getrennt
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Hier gibt es eine Übersicht von Sensoren, die bei der GC eingesetzt werden: https://chemistryinterview.wordpress.co ... tor-in-gc/
Nachbauen könnte man im Prinzip jeden dieser Detektoren. Bei Verwendung der üblichen Gassensoren wäre ein Array schon sinnvoll, um ein künstliches neurales Netz zu trainieren. Dazu bräuchte man aber sehr viele Daten. Hier gibt es einen sehr interessanten Blog dazu: https://blog.benjamin-cabe.com/2021/08/ ... icial-nose
Verwendet wird genau dasselbe Gassensor-Array, wie ich es verwende.
Nachbauen könnte man im Prinzip jeden dieser Detektoren. Bei Verwendung der üblichen Gassensoren wäre ein Array schon sinnvoll, um ein künstliches neurales Netz zu trainieren. Dazu bräuchte man aber sehr viele Daten. Hier gibt es einen sehr interessanten Blog dazu: https://blog.benjamin-cabe.com/2021/08/ ... icial-nose
Verwendet wird genau dasselbe Gassensor-Array, wie ich es verwende.
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Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
die Frage ist was dein Ziel ist. Die "künstliche Nase" die zwischen Kaffee und Biergeruch (oder was weiß ich und vielleicht noch ein paar anderen) unterscheiden kann ist ein hübsches Experiment und eine klassische Anwendung für ML, Training ist auch hinreichend einfach zu realisieren. Spannend wird es wenn man sie mal in ein Gasthaus setzt und sagt "was findest du alles in der Luft?"MarbsLab hat geschrieben: Montag 12. Januar 2026, 15:25Bei Verwendung der üblichen Gassensoren wäre ein Array schon sinnvoll, um ein künstliches neurales Netz zu trainieren. Dazu bräuchte man aber sehr viele Daten. Hier gibt es einen sehr interessanten Blog dazu: https://blog.benjamin-cabe.com/2021/08/ ... icial-nose
Verwendet wird genau dasselbe Gassensor-Array, wie ich es verwende.
Für eine GC ist das alles vermutlich wenig relevant da Peaks ohnehin separat kommen und es völlig hoffnungslos wäre für die Identifikation unbekannter Stoffe eine Bibliothek / Neuronales Netz aufzubauen. Bekannte Stoffe kannst du ohnehin über die Retentionszeit zuordnen - da wäre allenfalls der "Gegencheck" ob der 4-Sensor-Fingerprint mit dem zusammenpasst was du bei der Retentionszeit erwartest oder ob etwas neues / ein nicht aufgelöster Peak daher kommt. Sowas ist vielleicht auch ohne großes Training zu schaffen...
Fraglich ist auch, ob die Kombination mehrerer Sensoren das Quantifizierungsproblem besser in den Griff bekommt als ein einzelner, sowohl pro Stoff (dynamischer Bereich) als auch zwischen verschiedenen Stoffen (unterschiedliche Empfindlichkeit).
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Die Komplexität eines KNN hängt weniger vom input layer ab als von der Vernetzung und Anzahl der hidden layers, will heißen, auch mit nur vier inputs kann so ein KNN sehr komplex werden. Aber das mal dahingestellt: Wie sehen deine Ideen aus? Interpretiere ich das richtig, dass du einen NIR-Sensor verwenden willst? Müsste man da aber nicht mit verschiedenen Wellenlängen arbeiten?mgritsch hat geschrieben: Montag 12. Januar 2026, 16:07 Bei nur 4 Inputs aus 4 Sensoren kann es halt sein dass das Neuronale Netz eher bescheidene Größe hat und damit Komplexität verarbeiten kann.
Mein Ziel geht schon mehr in die Richtung einer künstlichen Nase (electronic nose).
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Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Meine Ideen - für was?MarbsLab hat geschrieben: Montag 12. Januar 2026, 18:16 Wie sehen deine Ideen aus? Interpretiere ich das richtig, dass du einen NIR-Sensor verwenden willst? Müsste man da aber nicht mit verschiedenen Wellenlängen arbeiten?
Wenn das Thema „GC Detektor“ ist, dann würde ich zwei Wege verfolgen: a) Nutzung eines möglichst einfachen Sensors (a la SGP40) und mal experimentieren was seine Grenzen und Nutzbarkeit betrifft und ob/wie man evtl durch Intelligenz in der Signalverarbeitung das Maximum rausholen kann b) Nachbauen eines FID, denn das ist sicher eines der besten und flexibelsten Systeme und dennoch relativ unkompliziert. Nur mit den Halogenen hat der seine Not…
IR - klingt auch nicht schlecht, das Problem mit den Wellenlängen könnte man durch breites Fenster angehen (zB 1000 - 3000 cm-1) um sicher immer irgend etwas zu erwischen, aber ob das quantitativ taugt? Besonders empfindlich wird das auch nicht, es sei denn du schaffst einen sehr langen optischen Pfad (einige cm langes Glasrohr) als Küvette, was aber wohl die zeitliche Auflösung negativ beeinflusst…
Aber da GC derzeit nicht auf meiner Projektliste steht sind das eher theoretische Überlegungen
Ja ich weiß, da bist du schon eine Zeit lang dran. Aber wie passt die Nase zum Thema GC? Für mich eher nicht…Mein Ziel geht schon mehr in die Richtung einer künstlichen Nase (electronic nose).
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Das sehe ich auch so. Das erwähnte Buch schlägt folgenden Aufbau vor:mgritsch hat geschrieben: Montag 12. Januar 2026, 22:01 Nachbauen eines FID, denn das ist sicher eines der besten und flexibelsten Systeme und dennoch relativ unkompliziert.
Der Transistorverstärker besteht lediglich aus zwei NPN-Transistoren in einer Darlington-Schaltung.
Wasserstoff kann man beispielsweise hier kaufen, allerdings nicht gerade günstig: https://gase-kaufen.de/gasflaschen/346- ... 43874.html
Dazu kommen noch die entsprechenden Armaturen.
Was Gassensoren betrifft, so schlägt das MiCS Application Note 2 folgende Anordnung vor:
Als Teflon-Membran kann man PTFE-Filter verwenden, die bei Amazon & Co. erhältlich sind.
Brainstorming?
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Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
das hast du aber nicht allein aus der tollen Darstellung der Rückseite des Transistorverstärkers abgeleitet, oder?MarbsLab hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 10:56 Der Transistorverstärker besteht lediglich aus zwei NPN-Transistoren in einer Darlington-Schaltung.
ich denke die Probleme mit "altering temperature" sind vor allem bei wechselhafter Anströmung relevant. Wenn du in deinem GC einen völlig stabilen Gasstrom hast ist alles im Gleichgewicht. Eine Extra Membran mit ihrer Diffusionsbarriere gibt nur störende Verzögerungen in der Response time / Empfindlichkeit bis hin zu Memory Effekten, würde ich eher weglassen.Was Gassensoren betrifft, so schlägt das MiCS Application Note 2 folgende Anordnung vor
ja ne, der Teil war klar. Aber zu welchem Thema? GC Detektor oder Nase? Lösungen mit Sensoren oder ganz offen...? usw...Brainstorming?
Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Nö, auf der nächsten Seite ist der Schaltplan zu findenmgritsch hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 13:37 das hast du aber nicht allein aus der tollen Darstellung der Rückseite des Transistorverstärkers abgeleitet, oder?
Die Bedenken habe ich auch. Noch dazu: Wenn man mit einem Säulenofen arbeitet, sollte das Gas immer gleichtemperiert sein. Die Volumenströme sind zudem so gering, dass hier kaum nennenswerter Wärmetransport stattfinden wird, der die Heizung des Sensors beeinflusst.mgritsch hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 13:37 Eine Extra Membran mit ihrer Diffusionsbarriere gibt nur störende Verzögerungen in der Response time / Empfindlichkeit bis hin zu Memory Effekten, würde ich eher weglassen.
Wie es der Titel schon sagt: Sensoren für DIY-Gaschromatograph. Die Nase fällt eher in mein privates Forschungsgebietmgritsch hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 13:37 ja ne, der Teil war klar. Aber zu welchem Thema?
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Re: Sensoren für DIY Gaschromatograph
Von Euch kann so manch einer was dazu lernen.
Dass du als vielbeschäftigter Mann überhaupt noch Zeit für private Forschungsprojekte hast, Markus, ist schon beachtlich.
Muss am guten Zeitmanagement liegen.
Dass du als vielbeschäftigter Mann überhaupt noch Zeit für private Forschungsprojekte hast, Markus, ist schon beachtlich.
Muss am guten Zeitmanagement liegen.