Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Fragen zur allgemeinen Chemie; alles, was in keine andere Kategorie passt.

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MarbsLab
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Schnippschnapp hat geschrieben: Sonntag 7. Dezember 2025, 14:46 niedrige Spannung und Ampere ohne Ende..
Spannung und Stromstärke. Ampere ist lediglich die Einheit der Stromstärke.

Habt ihr denn kein Rohreinfriergerät in der Arbeit?

Falls nicht, gibt es zum Beispiel hier:
https://www.ebay.de/itm/146779552473

Elektrische Ausführungen sind wesentlich teurer.
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Schnippschnapp
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von Schnippschnapp »

Habt ihr denn kein Rohreinfriergerät in der Arbeit?
nö..ich hab nur 2 Jahre in dem Beruf gearbeitet und das ist 20 Jahre her. Waren etwas aussergewöhnliche Umstände, die dafür verantwortlich waren, dass ich in der Ausbildung gelandet bin. Noch nie benutzt so ein set. Sieht auf den ersten Blick aus als wenn das einfach nur Eisspray ist.

Noch nie gesehen dass einer sowas benutzt hat. Ich denk mal ist eher für Heimwerker/privat Gebrauch.

Hab mal überschlagen so für nen Hunni könnte man das realisieren mit den Elementen, Netzteilen, Pumpen etc. Eisspray müsstest du ja ständig nachsprühen, vor allem wenns mal etliche Stunden dauert. Mit nem Stack kommt man vielleicht sogar auf noch weniger als -50.
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MarbsLab
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Schnippschnapp hat geschrieben: Sonntag 7. Dezember 2025, 19:25 für nen Hunni könnte man das realisieren mit den Elementen, Netzteilen, Pumpen etc.
Na dann nur zu :)
BJ68
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von BJ68 »

Schnippschnapp hat geschrieben: Sonntag 7. Dezember 2025, 14:46
Okay, die Teile laufen 365 Tage a 24 h durch....ohne Pause....
wieso laufen die 24h durch, doch nicht im normalen Labor?
Das sind Ultratiefkühlschränke wo wir unsere Proben bei -80°C aufbewahren....und die sind permanent an....zwangsweise....


Btw. so wie es ausschaut ist -152°C das limit was sich mit einer Kompressor-Kaskade erreichen lässt vgl. https://www.phchd.com/apac/biomedical/p ... s/mdf-1156

Noch tiefer geht es nur fl. Stickstoff....wie wir es für unsere Zellen haben, wo Aliquots eingefroren sind......


bj68
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Momentan redesigne ich meinen Autosampler. Die neue Version ist wesentlich einfacher zu bauen, günstiger und die meisten Teile lassen sich 3D drucken. Den ursprünglichen Autosampler werde ich für ein Projekt verwenden, das mir auch schon lange im Kopf herumschwirrt: einen Roboter, der die Blutgruppe automatisch bestimmen kann. So ein Roboter könnte beispielsweise in einem Katastrophengebiet eingesetzt werden, wenn schnell viele Bluttransfusionen durchgeführt werden müssen. Ich habe einfach mehr Ideen, als ich Zeit habe.
vlcsnap-2025-12-11-16h41m46s630.png
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Heute soll's mal um Experimentalraketen gehen und darüber, was der Citizen Scientist damit so anstellen kann.
Eine Experimentalrakete (oder Amateurrakete, die Unterscheidung ist hier nicht streng definiert) ist ein nicht-professionelles Raketenprojekt, bei dem Enthusiasten (oft Studenten oder Hobbyisten) eigene Treibstoffe, Motoren (Feststoff-, Flüssig- oder Hybridmotoren) und Materialien entwickeln, um wissenschaftliche Experimente durchzuführen. Da ich ein Fan von Bottom-up-engineering bin, habe ich zunächst eine Startrampe gefertigt. Dabei kamen wieder die bewährten Alu-Konstruktionsprofile (20 x 20 mm) zum Einsatz:



Mein Mikro-Biolabor wird auf diesen Durchfluss-Objektträgern basieren:
IMG_3467.jpg
Diese kann man bei Biologie-Bedarf Thorns bestellen, falls jemand solche Objekträger benötigt.
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MarbsLab
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Heute habe ich wieder mal an meinem Autosampler gearbeitet: Netzteil, Ein-/Ausschalter, Stromverteilung und die Schrittmotor-Treiber montiert. Jetzt fehlt nur noch die Steuereinheit. Da mein deutscher Platinenhersteller schon im Urlaub ist, habe ich mich an einen meiner drei chinesischen Hersteller gewandt. Mal sehen, ob ich zumindest die Hardware dieses Jahr noch fertig bekomme.
vlcsnap-2025-12-22-15h13m11s461.png
vlcsnap-2025-12-22-15h13m52s224.png
Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt gesund und neugierig.
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MarbsLab
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Tatsächlich ist die Platine heute angekommen:
vlcsnap-2025-12-29-14h53m03s255.png

Natürlich habe ich sie gleich bestückt. Der IC links ist ein RTC (Real Time Clock) mit der entsprechenden Backup-Knopfzelle. Der RTC verfügt zudem über einen integrierten Temperatursensor, sodass ich mir die Raumtemperatur des Labors anzeigen lassen kann:
vlcsnap-2025-12-29-14h54m35s979.png

Der Microcontroller sitzt unter der Platine:
vlcsnap-2025-12-29-14h53m56s833.png

Eine Halterung für die Platine habe ich mir inzwischen auch 3D-gedruckt:
vlcsnap-2025-12-29-14h52m33s057.png
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MarbsLab
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Nach fast zwei Monaten Bauzeit ist der Autosampler endlich fertiggestellt. Jetzt geht's ans Programmieren.
IMG_3715.jpeg
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Uranylacetat
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von Uranylacetat »

Na, dann viel Erfolg beim Programmieren - möglichst ohne Bugs! :thumbsup:
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Uranylacetat hat geschrieben: Donnerstag 1. Januar 2026, 21:42 möglichst ohne Bugs!
Wie heißt es so schön: "It's not a bug, it's a feature." :yeah:
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Uranylacetat
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von Uranylacetat »

Ja, ein bekannter Spruch .... :dita:
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MarbsLab
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

Und hier noch das Video zum Autosampler:

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mgritsch
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von mgritsch »

Wow, sehr gut geworden, Respekt! (Wie üblich halt.. :angel: )

Ich bemerke dass deine UX Design-Philosophie in der Regel stark Hardware-nahe gewählt ist - Display, Joystickbedienung,… statt einfach USB und Steuerung von einem PC/Raspi aus wo man viel mehr und einfacher programmieren könnte. Dann müsste der Controller nur die Positionen kennen und wissen wie man richtig von A nach B manövriert, alles andere (Reihenfolge/anzusteuernde Vials, Protokollierung/Auswertung, Kombination mit anderen Geräten,..) könnte eine Software mit vielseitigem und komfortablem GUI machen und damit noch mehr Wert und Möglichkeiten aus dem Projekt heraus holen. Wäre das nicht eine Option?

Warum eigentlich Arduino und nicht RP2040? Leistungsstärker und kleiner…

Wie lange kann man eigentlich einen Stepper Motor vor sich hin arbeiten lassen bevor er durch die Toleranzen irgendwann daneben ist und wieder auf Ausgangposition genullt werden muss?

Ist die Geschwindigkeit absichtlich eher langsam gesetzt oder haben Motor/Steuerung da Grenzen?

Was ist bei dem Projekt ca an Hardwarekosten hinein geflossen?

Was für Analysen werden das in der Menge?
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Re: Apparatebau (Haber-Bosch u. a.)

Beitrag von MarbsLab »

mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:11 Ich bemerke dass deine UX Design-Philosophie in der Regel stark Hardware-nahe gewählt ist - Display, Joystickbedienung,… statt einfach USB und Steuerung von einem PC/Raspi aus wo man viel mehr und einfacher programmieren könnte.
Ich bin ein großer Fan von abgeschlossenen Systemen. Die ganze Connectivity ist mir ein Graus. Ich sehe das an der Playstation meiner Tochter. Früher hat man das Ding eingesteckt und konnte spielen. Heute braucht man erst mal einen Account und ohne Internet geht gar nichts mehr.
mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:11 Warum eigentlich Arduino und nicht RP2040? Leistungsstärker und kleiner…
Habe noch einen Haufen davon rumliegen. Die Leistung des ATMEGA2560 reicht völlig aus. War früher das Kernstück jedes 3D-Druckers. Hab aber auch schon oft Raspberry Pi's, RP2040 und Co. verwendet, aber eher in der fortgeschrittenen Robotik (TensorFlow, ROS).
mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:11 Wie lange kann man eigentlich einen Stepper Motor vor sich hin arbeiten lassen bevor er durch die Toleranzen irgendwann daneben ist und wieder auf Ausgangposition genullt werden muss?
Wenn man sich mal die 3D-Drucker anschaut, die alle mit Schrittmotoren arbeiten, sehr sehr lange, über viele Jahre. Die 3D-Drucker sowie mein Autosampler kalibrieren sich bei jedem Einschalten erst mal selbst (Homing). Deswegen rattert auch der Tintenstrahldrucker beim Einschalten erst mal los.
mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:11 Ist die Geschwindigkeit absichtlich eher langsam gesetzt oder haben Motor/Steuerung da Grenzen?
Das war sehr langsam im Video. Geht auch 20- bis 30-mal schneller. Schrittmotoren sind aber grundsätzlich nicht für hohe Drehzahlen konzipiert. Hier findest du eine Liste mit den empfohlenen Drehzahlen: https://www.omc-stepperonline.com/de/su ... rittmotors
Steuerungstechnisch wäre das kein Problem.
mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:11 Was ist bei dem Projekt ca an Hardwarekosten hinein geflossen?
Etwa 300 Euro.
mgritsch hat geschrieben: Dienstag 6. Januar 2026, 22:11 Was für Analysen werden das in der Menge?
Vor allem biochemische Analysen. Ich werde darauf irgendwann noch näher eingehen :)

Btw., im Moment designe ich u. a. ein Gerät zur automatischen Titration :D
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